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Do it yourself: Ostereier pflanzlich färben

Ostereier pflanzlich färben führt zu hübschen pastelligen Farben.

Bunte Eier gehören traditionell zum Osterfest. Das gemeinsame Färben und Bemalen von Ostereiern ist ein beliebtes Ritual für Groß und Klein zur Vorbereitung auf die Festtage. Die meisten Kinder können den Sonntagmorgen kaum erwarten, wenn sie endlich suchen dürfen, was der Osterhase im Garten versteckt hat. Auch wenn diese Tradition schon sehr alt ist, hat sie an Attraktivität bis heute nicht verloren. Das Bewusstsein dafür, womit die bunten Eier gefärbt werden, wächst jedoch wieder. Viele entdecken nun wieder, wie sie Ostereier pflanzlich färben können.

Künstliche Eierfarben sind einfach zu handhaben, sind sehr intensiv und bieten zuverlässige Farbergebnisse. Leider enthalten sie oft Azofarbstoffe, die allergieähnliche Reaktionen hervorrufen können. Natürliche Eierfarben sind nicht so knallig wie die künstlichen und zeigen sich eher in zarten und harmonischen Pastelltönen. Und das ist wahrlich kein Nachteil.

Die Eierfarben lassen sich hervorragend mit ungiftigem Pflanzensud erzeugen. Natürliche Farben lassen sich aus Wildpflanzen gewinnen, die am Wegesrand wachsen und eine große Fülle an Farbtönen bieten. Genauso gut lassen sich die Ostereier mit Obst, Gemüse und Gewürzen färben. In diesem Rezept kommen ausschließlich Pflanzen vor, die sich um diese Jahreszeit im meinem Haushalt befinden – zum Teil auch aus der Tiefkühltruhe.

Anleitung zum Ostereier pflanzlich färben

Das brauchen Sie

  • Weiße Eier aus Freilandhaltung (Bio)
  • Mehrere kleine Töpfe (der Anzahl der Farben entsprechend)
  • Kochlöffel zum Umrühren
  • Schaumlöffel zum Herausheben der gefärbten Eier
  • Apfelessig zur Reinigung

Natürliche Pflanzenfarben – ein altes Handwerk neu entdeckt

  • Rotkohlkopf                                                     Farben: rot, violett und blau
  • Heidelbeeren, Brombeeren                       Farben: blau, violett
  • Rote Bete                                                          Farben: rot bis violett
  • Zwiebelschalen                                               Farben: braun, gelb
  • Kurkumapulver                                               Farben: kräftiges gelb, ocker
Zwiebeln, Rote Bete, Beeren und Kurkuma liegen zum Eierfärben bereit © Silvia Martin

Ein bisschen in der Vorratskammer gestöbert und schon kann das Eierfärben losgehen.

Die Farbtöne fallen sehr unterschiedlich aus. Auch die Violett-Töne haben unterschiedliche Blauanteile, Rotkohl entwickelt beispielsweise ein ins Türkis neigendes Grün.

Die Intensität der Farben ist abhängig von der Farbkonzentration im Sud. Je länger ein Gemüse oder Obst einkocht, desto reduzierter ist der Farbstoff. Die Eier werden dunkler, je intensiver der Sud ist.

Und so geht’s

  1. Mit Apfelessig lassen sich Eier gründlich reinigen und die Stempel auf den Eiern entfernen. Durch das Einreiben mit Essig raut zudem die Eierschale auf und nimmt die Farbe besser auf. Nach der Reinigung den Essig gründlich abspülen.
  2. Sud ja nach Farbwahl zubereiten. Siehe folgende Anleitungen

Ostereier pflanzlich färben: Rotkohl für violette Töne

Aufgeschnittener Rotkohl liegt neben verschieden bleuen Eiern. © Silvia Martin

Die Färbeergebnisse variieren bei Blaukraut von zart lila bis dunkelblau – je nach Einwirkzeit.

Warum man Rotkohl auch Blaukohl nennt, wird klar, wenn beim Einkochen das Farbspektrum sichtbar wird. Von einem hellen Violett über Rot bis hin zum Dunkelblau ist alles möglich. Die ersten Anzeichen der Farbkraft zeigen sich bereits beim Zerkleinern, denn der Saft hinterlässt im Schneidebrett blau-violette Spuren.

Einen kleinen Rotkohl in feine Streifen schneiden. Sie können natürlich auch die äußeren Blätter nutzen, die Sie beim Zubereiten des Mittagessens entfernt haben. Wichtig ist dabei die Menge der Blätter in Relation zum Wasser. Die Kohlstreifen des kleinen Kohlkopfs bedeckt in etwa 1,5 Liter Wasser köcheln lassen und anschließend bei etwa 70 Grad eine Stunde ziehen lassen.

Den Sud durch ein Sieb in ein hitzebeständiges Gefäß (z.B. Einmachglas) abgießen und die gereinigten Eier vorsichtig in das Gefäß legen. Durch kurzes Einfärben erhält man sehr hellblaue Nuancen.

Nach dem Färben mit dem Schaumlöffel oder einem Esslöffel aus dem Sud herausheben und auf einem Tuch trocknen lassen.

Tipps:

  • Wem hellblaue Eier nicht bunt genug sind, kann das Ei kurz in Kurkuma tauchen, schon bekommt es ein völlig neues Aussehen.
  • Wenn die Eier getrocknet sind und noch einmal kurz eingetaucht werden, wirken sie marmoriert.
  • Durch mehrmaliges Eintauchen entwickeln sich intensive Farbtöne.
  • Ein sehr dunkles Blau lässt sich erzeugen, wenn die Eier viele Stunden (oder die Nacht) im Färbebad verbringen.

Ostereier pflanzlich färben mit Heidelbeeren, schwarzen Johannesbeeren und Brombeeren

Neben einer Schale gefrorener Beeren liegen vier unterschidlich lila gefärbte Eier. © Silvia Martin

Je nach dem welche Beeren Sie nutzen, erhalten Sie violette oder hellere Lilatöne.

Da es um Ostern keine frischen Beeren gibt, bieten sich tiefgekühlte Beeren an, vielleicht die Reste der eigenen Ernte. Die Beeren rund 15 Minuten köcheln lassen. Um auszuprobieren, ob der Sud die Eierschale wie gewünscht färbt, einfach ein gekochtes Ei ein paar Minuten in den Sud legen und prüfen. Wenn die Eier zu verschiedenen Zeitpunkten rausgenommen werden, entwickeln sie unterschiedliche Blautöne.

Tipp: Da es auf dem Herd beim Eierfärben immer wieder Platzprobleme gibt, können rohe Eier im Beerensud mitgekocht werden (rund 10-15 Minuten).

Rote Bete – die schnellste Methode Eier natürlich zu färben

Neben der Aufgeschnittenen Knolle liegen zwei rötlich gefärbte Eier. © Silvia Martin

Die mit roter Bete gefärbten Eier haben einen leicht pinken Farbton.

Das Rot der roten Bete hat einen starken Blaustich und kann damit wie ein rötliches Violett ausfallen. Um der Knolle den Farbstoff zu entlocken, etwa zwei kleine Exemplare vierteln und mit einen halben Liter Wasser rund 40 Minuten lang kochen. Dann die Hitze reduzieren und die Eier im Rote-Bete-Sud rund 10 Minuten bei schwacher Hitze köcheln.

Die Eier herausnehmen und abkühlen lassen. Wenn Sie die Eier nach dem Trocknen noch einmal in den Sud tauchen, lassen sich fantastische Muster erzeugen.

Tipp: Wenn es ganz schnell gehen muss, können Sie Rote-Bete-Saft aus dem Laden nutzen. Dazu den Saft einfach mit vorgereinigten Eiern 10 bis 15 Minuten köcheln lassen.

Zwiebelschalen und Kurkuma tauchen Ostereier in kräftiges Gelb

Eier in verschiedenen Gelbstufen liegen neben Kurkumapulver, Zwiebeln und Zwiebelschalen. © Silvia Martin

Je nach Zwiebelart und Kurkumamenge wird das Gelb kräftiger.

Zwiebelschalen färben Eier bräunlich. Da braune Eier auch natürlich vorkommen, ist es für viele unattraktiv, weiße Eier braun zu färben. Sehr kräftige Farben entstehen, wenn Sie zusätzlich zwei Teelöffel Kurkumapulver in den Sud geben. Für diesen kochen Sie die dünnen, feinhäutigen Schalen von 10 kleinen Zwiebeln in rund 2 Litern Wasser auf, bis ein schöner brauner Sud entsteht. Nun Kurkuma einrühren und die Hitze reduzieren. Vorsichtig die Eier in den Sud legen und etwa 10 bis 15 Minuten mitkochen lassen. Die Eier anschließend noch eine halbe Stunde im Farbbad liegen lassen.

Tipp: Um interessante Farben zu erzielen, braune und rote Zwiebelschalen mischen. Wer rechtzeitig mit den Vorbereitungen beginnt, kann Zwiebelschalen schon Wochen vorher sammeln.

Warum werden Eier zu Oster überhaupt gefärbt?

Ostereier pflanzlich färben ist eine Jahrhunderte alte Tradition. Der Ursprung des Brauchs ist bis heute nicht ganz geklärt. Im Mittelalter färbten die Menschen Eier zur Fastenzeit bunt, um sie von frischen Eiern zu unterscheiden. Christen war der Genuss von Eiern und Fleisch verboten. Um zu verhindern, dass die Eier nicht verderben, die in den 40 Tage gelegt wurden, färbten sie sie mit Zwiebelschalen und Roter Bete und machten sie für lange Zeit haltbar. Aus dieser Zeit stammt das Wissen, dass gekochte Eier 40 Tage haltbar sind, sofern die Eierschale unbeschädigt ist

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Bildquellen

  • pflanzen-zum-eierfaerben: © Silvia Martin
  • ostereier-mit-rotkohl-faerben: © Silvia Martin
  • ostereier-mit-beeren-faerben: © Silvia Martin
  • ostereier-mit-roter-bete-faerben: © Silvia Martin
  • ostereier-mit-zwiebelschale-und-kurkuma-faerben: © Silvia Martin
  • eier-mit-pflanzen-faerben: © Silvia Martin

Eva praktiziert „grünen“ Journalismus aus Überzeugung. Als Redakteurin bei Waschbär ist sie ständig damit beschäftigt, Themen rund um Ökologie aufzuspüren und indie richtigen Worte zu kleiden. Richtig wohl fühlt sie sich in der freien Natur. Dort lässt sie sich am liebsten vom Lichtwellenspektrum der blau-grün-türkisen Meeresfarben inspirieren.

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  1. Hannelore Dobratz

    19 Mai

    einfach toll!
    Super Tipps und Tricks.

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